Was am häufigsten gefragt wird

FAQ

Ich habe am Sonntag im Garten etwas beobachtet: In einem Beet (und nur in diesem) sah ich etliche Bienen (ca 50-100) sehr nahe am Boden umherfliegen. Bei näherem Betrachten fiel mir auf, dass sie am Boden Gruppen von 3-5 Individuen bildeten und einige aus dem Boden herauskrochen (Löcher). Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Wildbienen handelt. Weisst du um welche Art es sich handelt? Was wäre dein Tipp für dieses Beet? Wie lange sollte ich es noch so stehen lassen? Was machen die Bienen dort?

Es gibt über 500 verschiedene Wildbienenarten in der Schweiz. Von daher bin ich wirklich überfragt. Kannst du ein Foto schiessen?

Dein Problem ist nun, dass die bodenbrütenden Wildbienen wahrscheinlich ihr Nest im Beet angelegt haben. Schlüpfen werden diese wohl erst im nächsten Frühling...

Beobachte und berichte.

Wahrscheinlich waren es Sandbienen (Wildbienen). Die gemeine Sandbiene (Andrena flavipes) sieht der Honigbiene ähnlich. Sie nistet auch in unmittelbarer Nähe des Menschen im Boden und das gelegentlich in großen sog. Aggregationen von über 1000 Nestern. Das könnte passen. Ende März schlüpfen zuerst die Männchen, die bei warmen Wetter unermüdlich dicht über der Brut-"Kolonie" schwirren und auf die Weibchen warten – und dabei auch uns Menschen auf den Niststandort aufmerksam machen [www.wildbienen.de].

Rückmeldung des Fragenden

Tatsächlich! Die Beschreibung passt und die Bilder der Sandbiene im Internet auch. Vielen Dank für die Info.

So einfach sei es nicht, Bienenschwärme einzufangen und sogleich in einen neue Beute zu setzen, meinte ein befreundeter Imker. Man müsse die Völker zuerst drei bis vier Tage in Quarantäne setzen damit sich das Volk von Erkrankungen selber befreien könnte. Soweit ich von Dir gelernt habe sind es ja eben die starken und gesunden Bienenvölker welche ausschwärmen. Wie beurteilst Du das?

„Ein Volk das schwärmt ist gesund, denn nur gesunde Völker wollen schwärmen, deshalb kann jeder zugeflogene Bienenschwarm einlogiert werden“. Diese Aussage wird nicht nur von Guido Eich, Bienenzuchtberater und -sachverständiger aus Deutschland, gestützt. Auch Bienenwissenschaftler wie Prof. Jürgen Tautz, Prof. Thomas D. Seeley oder m. E. der weltweit renommierteste Bienenkrankheits-Experte Dr. Wolfgang Ritter bestätigen in ihren Forschungen, dass das Schwärmen für die Bienen gesund ist. Ich empfehle dazu das Buch von Dr. Wolfgang Ritter "Bienen gesund erhalten". Aktuell die beste Literatur über Bienenkrankheiten, deren Verbreitung und Bekämpfung.

Zudem würden die drei bis vier Tage nicht reichen für eine Quarantäne. Diese ist bei Schwärmen in der Regel auch nicht nötig. Auch wenn dies seit Jahrzehnten so gelehrt wird, ist es nach heutigem Wissensstand falsch, denn die Bienen haben gemäss Forschungsergebnissen von Prof. Tautz für bis zu 10 Tage Proviant bei sich und nicht nur für drei, wie seit Generationen überliefert. Wollte man also mittels Quarantäne ermitteln, ob der Schwarm eine Brutkrankheit mitgenommen hat, was äusserst selten vorkommt, weil er die Restbrut im alten Bienenstock hinterlässt, reichen drei Tage Quarantäne nicht. Denn eine Brutkrankheit ist erst anhand von Rundmaden oder mit schlüpfender Brut erkennbar. Oder evtl. mit einem kostspieligen Labortest.

Ich empfehle jedem Anfänger, den eingefangenen Schwarm für min. 24 Stunden in der Schwarmkiste zu lassen. Die Aussage, dass nur gesunde Bienen schwärmen, ist demnach korrekt.

Füttern von Schwärmen: 1. Wann soll ich mit der Fütterung beginnen? 2. Ich habe noch Waben mit eingelagertem Futter von letzten Herbst. Darf ich diese als Fütterung einsetzen? 3. Benötigt es auch eine Varroabehandlung?

1. In der Regel frühestens drei Tage nachdem er vom Baum geholt wurde. 2. Wenn sie nicht von einem kranken Volk sind, würde ich sie nehmen. Vor dem Einhängen kurz mit dem Bunsenbrenner abflammen. Die Waben passen nicht in die neuen Magazine, also oben eine Leiste anschrauben, das geht. 3. Jein. Der Schwarm nimmt in der Regel nicht viele Varroen mit, ausser, er schwärmt, weil er zu viele hat. Dies ist eher selten. Ich mache beim Schwarm keine Varroabehandlung.

Das einlogieren des Bienenschwarms hat wunderbar funktioniert!! Das war ein faszinierendes Schauspiel dabei zusehen zu können!!! Ab wann kann ich von der Rückseite hineinschauen? (Das CH-Magazin der Schweizerischen Imkerschule verfügt über ein rückwärtiges Fenster). Bleibt die Bodenunterlage immer im Kasten oder wird sie bei warmen Wetter entfernt?

Das sind schöne Neuigkeiten! Es freut mich sehr, wenn bereits der erste Anlauf passt. Du kannst jederzeit kurz durchs Fenster reinschauen, durch das Beobachten lernst du viel. Den Varroaschieber würde ich die ersten Tage drin lassen. Wenn‘s dann sehr heiss wird, kommt er raus.

Ich habe gestern und heute Vormittag etwas auf dem Anflugbrett vorgefunden. Es sind meines Erachtens Zelldeckel (ich habe probehalber eines vorsichtig zwischen die Zähne genommen - es fühlt sich wachsig an). Das habe ich vorher noch nie gesehen. Die 2-3 toten Bienen beunruhigen mich weniger, ich denke das ist normal und sie wurden wegen der Nässe nicht ganz weggeschafft. Vielleicht ist das ja auch bei den Zelldeckeln der Fall - aber ich dachte, die Bienen verwenden den Wachs der Zelldeckel wieder. Was ich auch etwas seltsam finde, ist, dass trotz Regen immer ein paar Bienen am Fliegen sind/waren. Muss ich mir Sorgen machen?

Nein, da musst du dir absolut keine Sorgen machen. Das sind Zelldeckel von Drohnenzellen, deshalb leicht gewölbt. Sie sind eher bast- als wachsähnlich beschaffen (vom Cocon). Momentan schlüpfen viele Drohnen, deren Zelldeckel dann halt vor allem vormittags und wenn es regnet vor dem Flugloch liegen bleiben. Genau wie wir gehen die Bienen auch nicht gerne vor die Tür bei diesem Wetter. Und die einzelnen, die du fliegen sahst, sind Wasserträgerinnen. Denn bei viel Brutpflege benötigen sie auch viel Wasser. Die toten Bienen taxiere ich als natürlichen Totenfall. 

Was mich erstaunt, ist, dass keine weissen Drohnenpuppen da liegen. Wenn es einen Kälteeinbruch gibt, fliegen diese Puppen als erste raus. Ich interpretiere das so, dass sich die Bienen damit von "unnützen Fressern" entledigen. Im Sinne von: Kälteeinbruch, kein Flugwetter, also Futtervorrat schützen.

Wir hatten von einem Bekannten kürzlich einen Kunstschwarm erhalten, den er, wie er uns bei der Übergabe mitteilte, aus mehreren Völkern beim Honig-Schleudern zusammenstellte. (1) Das Volk befand sich in einem Aluminium Gitterpapierkorb, versehen mit einem Holzdeckel und eingelassenem Futterlumpen (mit Zuckerwasser getränkt). Ebenso befand sich darin eingehängt in einem Zusetzkäfig die Königin. Ist das normal? (2) Beim Einlogieren habe ich zuerst die Seitenkappe des Königinnenkäfigs ausgebrochen und diesen in den vierten Rahmen gehängt, danach die weiteren Rahmen wieder ein- und den Deckel aufgesetzt. Ch. Hat im Vorfeld den Eingang vom Bienenstock in die Rähmchen mit Probolis und Bienenwachs präpariert. Danach habe ich den Schwarm auf das Schwarmbrett abgeschlagen, in der Hoffnung, dass das Volk nun zügig einlaufen werde. Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass bereits sehr viele Bienen leblos waren. Einige Bienen begannen einzulaufen, ein weiterer grosser Teil des Volkes hat sich unter dem Schwarmladen zu einer Traube zusammengeschlossen. In der Hoffnung, dass diese über Nacht einlaufen würden, sind wir nach Hause gegangen. Leider trafen wir am folgenden Morgen ein unverändertes Bild an, weswegen wir uns dazu entschlossen, das restliche Volk vom Schwarmladen direkt in das Magazin einzuschlagen. War dieses Vorgehen richtig so? (3) Bei der Kontrolle heute Abend stellte ich fest, dass sich um den Königinnenkäfig eine Traube mit dem lebenden Bienenvolk gebildet hat. (4) Leider liegen aber am Boden des Magazins sehr viele verendete Bienen. Was habe ich falsch gemacht? (5) Wie sollen wir die Toten Bienen aus dem Magazin entfernen? (6) Ich glaube den Königinnenkäfig einzuhängen war ebenfalls nicht richtig - hätte ich den nur auf die Rähmchen legen müssen? Wie nehme ich den später wieder raus? (7)

1. Dieses Zusammenwürfeln von Bienen - meist aus dem Honigraum - bei der Honigernte, ergibt eine ganz unglückliche Zusammensetzung der Altersstruktur der Bienen. Leider ist es mittlerweile so üblich, ich halte nichts davon. Ein so erstellter Kunstschwarm muss zwingend für drei Tage in den Keller. Und er muss zwingend gefüttert werden, sonst verhungert er.

2. Das ist "eigentlich" problemlos, ausser dass ein Kunstschwarm gefüttert werden muss, denn dieser hat im Gegensatz zum Naturschwarm keine Möglichkeit gehabt, Futter aufzunehmen. Von daher reicht ein getränkter "Futterlumpen" nie und nimmer.

3. Ja, das war die einzig richtige Handlung.

4. Das ist ein gutes Zeichen.

5. “Eigentlich" nichts. Weil es ein Kunstschwarm war, hättest du ihn direkt in das Magazin abstossen sollen. Das wäre in diesem Fall besser gewesen. Aber das konntest du nicht wissen, weil wir bisher nur die Naturschwärme behandelt haben. Die leblosen Bienen sind verhungert.

6. Ziehe den Varroaschieber, mach die kleine Schraube, die das Bodengitter fixiert los, ziehe dieses kurz raus und wieder rein. Schraube anziehen und der Boden ist sauber.

7. Du hast richtig gehandelt. Bei der ersten Kontrolle auf Brut (in ca. 10 Tagen) kannst du ihn einfach entfernen.

Rückmeldung des Fragenden

Fazit: Eine Erfahrung haben wir bereits gemacht - nie wieder ein Kunstschwarm zum Beginnen. Das hat mit Natur nichts zu tun.